ALLE AN EINEM SEIL: WIE IHR TEAM GESCHLOSSEN HINTER EINEM PROJEKT STEHT

Zusammenarbeit am gleichen Seil
Rainer Petek Team 21. Juli 2016 Leave a reply

Fatal. Chaos. Desaster.

Mit diesen Worten lässt sich wohl noch am besten beschreiben, wie es derzeit um den deutschen Hauptstadtflughafen Berlin Brandenburg steht. Dass sich die gravierenden Mängel erst am Ende zeigten, ist eine Folge einer komplexen Fehlerkette.

Auch wenn Ihre Projekte vielleicht nicht gerade die Größe eines Flughafenbaus haben, sollten Sie wissen, wovon ihr Erfolg entscheidend abhängt.

Zusammenarbeit im Unternehmen richtig einrichten

Projekte, bei denen es allein auf die Leistung eines einzelnen Mitarbeiters ankommt, sind in Unternehmen selten. Meist sind mehrere Abteilungen beteiligt, die für unterschiedliche Bereiche verantwortlich sind. Im Falle des Berliner Flughafens waren es Manager, Projektentwickler, Architekten, Spezialisten für diverse sicherheitstechnische Anforderungen und Bauunternehmen bzw. -dienstleister und anderen Bereichen.

Alle zusammen mussten durch ihre Einzelleistung zum Erfolg des Projekts beitragen. Das Ergebnis ist ein Desaster, die Verwicklungen und Schuldzuweisungen der Beteiligten untereinander scheinen komplex. Bei genauem Hinsehen jedoch gestaltet sich das Fiasko simpel.

Während der Bauphase fehlte es an der richtigen Koordination der einzelnen Teile. Jede Abteilung arbeitete genau bis zur Grenze ihres Bereichs, wodurch sich eine Fülle an Einzelleistungen ergab, jedoch kein gelungenes Ganzes.

Gleiches Ziel für alle im Team

Eine Gemeinschaftsleistung kann nur entstehen, wenn Sie für den Austausch Ihrer einzelnen Teams sorgen. Vor jedem neuen Schritt muss für Sie das Abstimmen der aktuellen Ziele und Prioritäten stehen. Wie aber können Sie das bewerkstelligen, wenn die Ziele der einzelnen Teams je nach Interessenlage unterschiedlich sind? Die Projektplaner beim Berliner Flughafen wollten es möglichst gut machen, die Manager wollten es aber möglichst billig haben. Die Handwerker wollten erstklassig arbeiten. Sicherheitstechnische Anforderungen blieben trotzdem aus irgendeinem Grund unberücksichtigt.

Dass letztendlich jeder für das Erreichen des gleichen Ziels zuständig war, ging dabei völlig unter. Die Veranlassung, das zu erkennen, gab es erst am Ende, nachdem das Projekt abgestürzt war. Ihren einzelnen Teams von Anfang an klarzumachen, dass alle am gleichen Seil hängen, ist extrem wichtig.
In manchen Situationen ist das ganz selbstverständlich. Wenn ich mit einer Gruppe am Berg klettere, dann stellt sich die Frage gar nicht, ob wir zusammenarbeiten oder nicht. Wir tun es! Das liegt nicht daran, dass alle Bergsteiger Gutmenschen sind und sich gegenseitig ohne Rücksicht auf Verluste unterstützen wollen. Nein, in der Wand haben wir schlichtweg keine Wahl: Wir sind aufeinander angewiesen. Denn wir alle hängen am gleichen Seil.

Situationsdesign statt Appell

Ihrem Team die Notwendigkeit des An-einem-Strang-Ziehens durch Appelle zu verdeutlichen, ist jedoch verschenkte Mühe. Genauso wie beim Bergsteigen muss das Team ohne viele Worte begreifen, wie abhängig es voneinander ist.

Um dazu ein Beispiel am Berliner Flughafen herauszugreifen: Einer der gravierendsten Mängel sind die unzureichenden Brandschutzmaßnahmen. Moniert wurden diese häufig genug – ohne groß auf fruchtbaren Boden zu fallen. Ein gemeinsames Vor-Augen-führen, z.B. durch eine Simulation oder Ähnlichem, wie es im Brandfall für die Fluggäste gekommen wäre, hätte allen Beteiligten die Folgen ihrer Einzelleistungen sehr viel deutlicher gemacht.

Der Wunsch, das Ergebnis durch gemeinsame Arbeit – durch Kooperation – zu verbessern, hätte sich automatisch eingestellt. Das bedeutet für Sie, eine Situation zu kreieren, die diese Notwendigkeit gemeinsam spürbar oder sogar erlebbar macht.

Stellen Sie das Projekt aus einem ganz anderen Blickwinkel dar, um Ihrem Team zu zeigen, dass letztendlich alle am gleichen Seil hängen. Und dann ist die Zusammenarbeit keine Frage mehr.


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