DIGITALISIERUNG ERLEIDEN ODER DIGITALISIERUNG LEBEN – SIE HABEN DIE WAHL!

Digitalisierung, Change, Innovation, Mountain View, Silicon Valley
Rainer Petek Allgemein 29. September 2016 Leave a reply

Eines wird niemand bestreiten: Digitalisierung ist ein Riesenthema. Wir alle spüren, dass sich da ein enormer Transformationsdruck auf Unternehmer, Manager und ihre Organisationen aufbaut. Die Digitalisierung ist der Change-Treiber Nummer eins.

Die Frage ist aber, was da genau passiert und wie Unternehmen damit umgehen. Hier im deutschsprachigen Raum wollen wir solche Phänomene erst mal rein intellektuell und rational begreifen. Unsere geistige Gründlichkeit ist unsere Stärke, keine Frage. Aber klar ist doch auch: Alleine dadurch entsteht kein wirklicher Veränderungswille. Wir sind da oft zu nüchtern, zu sehr in der Zuschauerrolle, zu wenig mittendrin. Die Gefahr ist dann, dass wir der Entwicklung hinterherhecheln und den Anschluss verlieren.

Ich wollte deshalb zusätzlich den direkten Bezug. Ich wollte den persönlichen Eindruck und Einblick. Darum bin ich in diesem Sommer ins Zentrum der Bewegung gereist, ins Silicon Valley. Ich habe Unternehmen besucht, mit den Fachleuten und Führungskräften vor Ort gesprochen und habe ihnen Löcher in den Bauch gefragt. Das war sehr aufschlussreich …

Chancendenken in der Digitalisierung

Eine erste interessante Beobachtung, die ich gemacht habe: Während bei uns Digitalisierung und Industrie 4.0 große Schlagworte sind, nimmt die kein Amerikaner in den Mund! Das wäre nämlich, wie wenn Fische übers Wasser reden würden. Die Leute, die mittendrin und an der Front der Digitalisierung arbeiten, sprechen überhaupt nicht über das Phänomen – sie leben es täglich, es ist für sie der Normalzustand.

img_9084-kopieDas hängt vor allem auch mit einer anderen Einstellung zum Neuen zusammen: Für meine Gesprächspartner in den USA ist das Neue, die Veränderung ausnahmslos Chance und Möglichkeit. Während der erste Reflex in einem deutschsprachigen Unternehmen auf eine Veränderung sich immer anhört wie „Uh! Welchen Nachteil könnten wir davon haben? Welche Gefahr bringt das mit sich? Welches Risiko ist damit verbunden?“ – überlegen sich die Leute im Silicon Valley sofort: „Cool! Was kann ich damit machen?“

Ich kenne diese Einstellung vom Bergsteigen: Da gibt es auch die Typen, die alles zehnmal bereden wollen, die dann bei jedem Mal mehr Gefahren und Probleme sehen und die erst mal alles theoretisch beleuchten müssen. Währenddessen sind richtige Kletterer schon längst in der Wand und finden die beste Route, indem sie diese sprichwörtlich mit den Händen am Fels Stück für Stück erschließen.

Als Kunde 21. Jahrhundert, im Unternehmen 20. Jahrhundert

Ich schätze wirklich die geistige Systematik, Sorgfalt und Gründlichkeit der Deutschen, Schweizer und Österreicher. Denken ist gut und richtig. Dennoch würde ich mir für viele Führungskräfte zusätzlich auch noch mehr „machen“ wünschen, mehr Mut und mehr Begeisterung. Digitalisierung wird im Moment zu sehr als Trend, als Bewegung gesehen, als etwas Fremdartiges, das man beobachten muss. Ich sage: Nein, wir sollten nicht noch mehr beobachten, diskutieren und beschreiben. Wir sollten die Ärmel hochkrempeln und etwas daraus machen. Denn wir sind als Kunden doch alle schon lange mittendrin.

Als Kunden verhalten wir uns schon ganz anders, als es den in den Unternehmen geführten Diskussionen entspricht. Für viele von uns, mich eingeschlossen, ist es völlig normal geworden, dass ich mein Zugticket, mein Taxi, mein Hotelzimmer über eine App buche, dass ich online bei meinen Flügen einchecke und boarde und natürlich bei allen täglichen Handlungen mein Smartphone in Griffweite habe und hemmungslos einsetze, wo immer es mir einen praktischen Vorteil bietet. Und das tun auch die meisten Führungskräfte der Unternehmen, deren Geschäftsmodell und Leistungsangebot den digitalen Möglichkeiten weit hinterherhinken. Für das eigene Unternehmen so zu denken, wie die meisten Führungskräfte im Alltag bereits handeln, das könnte – nein, das muss – in den Unternehmen noch viel natürlicher und selbstverständlicher werden.

Kernkompetenz Kreativität

Der Global Marketing Director eines Silicon-Valley-Unternehmens, den ich kennengelernt habe, bewegt sich in San Francisco viel in der „Virtual Reality“-Szene. Ich dachte immer, das Zeug sei mehr futuristische Spielerei, Scheinwelten, Spielzeug. Aber ich lernte sehr schnell: Man kann VR ganz konkret im echten Leben anwenden. Sie kann das Leben der Nutzer leichter machen. Das Unternehmen entwickelt z.B. Manschetten, die gelähmten Menschen helfen, sich zu bewegen. Die Demonstration der Prototypen raubte mir echt den Atem.

Natürlich verschmelzen dabei Mensch und Maschine, wovon der typische Bedenkenträger gleich schon wieder Schweißausbrüche bekommt, aber wir müssen doch auch sehen, wie großartig es ist, wenn ein Produkt gelähmten Menschen hilft, sich wieder zu bewegen!

Ich habe keine Ahnung von Virtual Reality, aber die Macher dort fragten mich sofort, ob ich sie nicht bei einem Workshop unterstützen wolle. Das erstaunte mich, wo ich zu diesem Thema doch alles andere als ein Fachmann bin. Ich fragte, warum sie auf diese Idee kämen. Die Antwort: Sie hätten sofort bemerkt, dass ich ein kreativ denkender Typ bin – und anders. Und genau das ist, was gefragt ist.

Ich war verwirrt. Diese Herangehensweise interessierte mich: Der Manager erklärte mir, dass die Leute im Silicon Valley „non-judgemental“ sind – das heißt: Man urteilt erst mal nicht. Wenn einer eine total verrückte Idee hat, bekommt man in traditionell geführten deutschsprachigen Unternehmen eine Antwort wie: „Geht’s noch? Was soll denn das? Und woher nimmst du überhaupt die Zeit, dich mit so was Verrücktem zu beschäftigen?“ – Im Silicon Valley lautet die Antwort: „Great! How can I help you?“ Es ist dort wirklich total okay, verrückt zu sein. Man kann mit allem kommen.

Das heißt nicht, dass am Ende einfach jede Verrücktheit gemacht wird. Aber die Offenheit ist erst mal da. Und dieser Marketing Director hatte auch sofort eine Idee, welche Rolle ich übernehmen könnte: Ich zeigte ihm Bilder vom Tiefschneefahren. Er sagte: „That’s awesome!“ Und fragte mich, ob ich ihn coachen würde. Ich war baff, weil er meine Kompetenzen und meinen Hintergrund ja gar nicht genauer kennt. Er sagte: „Ja, das stimmt. Aber wichtiger ist: Du bist ganz anders als ich. Das würde mir helfen.“

„Make the world a better place“

Nicht nur in der Herangehenweise an Neues und in der persönlichen Offenheit unterscheiden sich die Akteure im Silicon Valley von uns Führungskräften in Deutschland, der Schweiz und Österreich. Sondern auch im Sendungsbewusstsein. Alle dort haben ein gemeinsames Anliegen: Sie wollen durch digitale Technologien und Anwendungen gemeinsam die Welt verändern und zu einem besseren Ort machen. Bei uns in Europa würde man darüber vielfach leicht verächtlich die Nase rümpfen. Aber ich nehme den Leuten das ab.

Diese Betonung der Gemeinsamkeit hat mich beeindruckt: Im Silicon Valley finden Sie nicht nur Unternehmen, die ihr jeweiliges Business vorantreiben. Sondern da sind tausende Menschen mit einer ähnlichen Mission, die sich unternehmensübergreifend in Communities treffen und zusammen etwas vorantreiben.

Dort gibt es nicht nur ein paar führende Masterminds, wie das in der Berichterstattung oft kolportiert wird. Die schöpferische Energie im Silicon Valley entsteht vielmehr aus der großen Menge von Talenten, die dort täglich zusammenkommt. Deren Offenheit gepaart mit der weltbesten Forschung vor Ort (Stanford University!) – das ergibt einen explosiven Cocktail der Innovation. Ich bin sicher: Wir werden noch viele Überraschungen erleben, die aus Kalifornien stammen!

Nehmen Sie etwas mit für sich!

Sie müssen diesen American Way keineswegs kopieren oder adaptieren. Das wäre nun auch wirklich zu billig– und würde gar nicht funktionieren. Wir denken eben deutsch. Aber warum sollten Sie sich nicht inspirieren lassen? Und das können Sie nicht nur als „Wirtschaftstourist“, sondern zum Beispiel dadurch, dass Sie eine eigene Unternehmenseinheit in Kalifornien gründen. Nur so eine Idee.

img_9990Nehmen Sie das als Anregung. Ich lade Sie ein, von meinen Beobachtungen zu profitieren. Zu den Erfahrungen, die ich im Silicon Valley gemacht habe, organisiere ich am 17. und 18. November in Kitzbühel meinen exklusiven „Mountain-View-Mastermind-Circle“. Ich will meinem Netzwerk die Gelegenheit geben, sich in einer ausgewählten und hochkarätigen Runde zum Thema Digitalisierung auszutauschen und unternehmensübergreifend zu vernetzen. Meinen Input aus dem Silicon Valley stelle ich dabei nur geladenen Gästen zur Verfügung. Ich möchte die Gelegenheit jedoch nutzen, an dieser Stelle exklusiv zwei Wildcards zu vergeben. Möchten Sie beim „Mountain-View-Mastermind-Circle“ dabei sein? Schreiben Sie mir per E-Mail oder in einer persönlichen Nachricht, warum ich Sie unbedingt als Teilnehmer einladen sollte bzw. welchen Beitrag Sie zum Netzwerk leisten könnten.

Die Gewinner der zwei Wildcards nehmen zum Unkostenbeitrag von 490 Euro (2 Übernachtungen) bzw. 375 Euro (1 Übernachtung) netto zzgl. USt teil, Unterbringung in großzügigen Suiten inkl. Verpflegung. Wir starten am 17. November um 17 Uhr und beschließen den Mastermind Circle am 18. November mit dem gemeinsamen Abendessen. Ich freue mich auf Ihre aussagekräftige Nachricht!


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