GRÜNDEN, STARTUP, UNTERNEHMERTUM – EINE FRAGE DER EINSTELLUNG

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Rainer Petek Innovation, Unternehmen 2. Oktober 2016 Leave a reply

Im Sommer habe ich das Silicon Valley durchforstet – und dabei begegnete ich zwangsläufig auch Gründern, die an ihrem Startup arbeiteten. Es ist ganz deutlich zu spüren, dass die Digitalisierung wie Humus für die Gründerszene ist. Dabei gibt es zwei sehr spannende Entwicklungsrichtungen, von denen meistens nur die eine in den Schlagzeilen landet.

Sachen machen

Die digitalen Software-Startups und App-Schmieden werden von einer breiten Öffentlichkeit wahrgenommen. Jeder weiß, dass da die Post abgeht. Aber spannend finde ich auch, dass in deren Schatten noch ganz andere Pflänzchen gedeihen: zum Beispiel das Maker-Movement.

Maker, das sind Leute, die anfassbare, „echte“, analoge Produkte in der „Real World“ herstellen wollen – und zwar indem sie die neuesten Technologien zur Produktion und zum Vertrieb ihrer Produkte nutzen. Sie haben einen maximalen ästhetischen und funktionalen Anspruch an ihre Produkte und erfinden so manchen Alltagsgegenstand kurzerhand neu. Ihr Antrieb: Sie wollen coole, schöne, wertvolle „Sachen“ machen und unter die Leute bringen, sie erschaffen genau die Dinge, die sie selbst gerne hätten.

Im Effekt ist diese Community hoch kreativ und enorm innovativ, nicht nur was die Endprodukte angeht, sondern auch hinsichtlich der Design- und Produktionsprozesse. Schon bei der Finanzierung läuft das anders: Mit Crowdfunding-Plattformen wie Kickstarter können die Maker alleine mit einer guten Idee und einem Laptop als Basisaustattung durchstarten.

Build your dreams! 

Rainer Petek, Gründung, Strauß, Unternehmen, UnternehmensgründungAußerdem gibt es im Silicon Valley eine ganze Menge sogenannter „Tech Shops“. Das ist so etwas Ähnliches wie ein kleiner Maschinenpark zur Fertigung von Prototypen. Ein Gründer kann sich dort für einen kleinen Beitrag einmieten und alle Geräte und Maschinen benutzen: Von der Laser-Fräse bis zum 3D-Drucker.

Ich war dort. Was da für Freaks zusammenkommen, ist unglaublich! Über dem Eingang steht „Build your dreams here“ und drinnen machen die Leute genau das: Sie erschaffen ihre Träume. Und das mit einem Enthusiasmus, der einem die Sprache verschlägt.

Mich interessierte als typisch skeptischer Mitteleuropäer natürlich die Frage, ob diese hoch leidenschaftlichen Luftschloss-Erbauer nur sich selbst verwirklichen, oder ob die Ergebnisse ihres Schaffens tatsächlich Marktchancen haben.

Ich erfuhr sogleich eine überraschende Geschichte. Eine Makerin testete in dem Tech Shop verschiedene Bearbeitungsverfahren von Bambus, um ästhetisch besonders schöne, aber auch besonders widerstandsfähige und dünne Oberflächen für kleine Gegenstände zu erhalten.

Beim Herumprobieren erzielte sie großartige Ergebnisse, die sich in der Community herumsprachen – und einem Apple-Manager zu Ohren kamen. Der fragte sie, ob sie mit ihrem Verfahren auch iPhone-Cases herstellen könne. Sie probierte es aus und es funktionierte. Das Resultat: Apple kaufte ihr die Rechte am Herstellungsverfahren ab – Preis: mehrere Millionen US-Dollar. Nun setzte sie sich nach diesem glänzenden Geschäft nicht etwa zur Ruhe, sondern bastelt bereits an der nächsten Idee.

Eine Chance für Deutschland?

Was mich an dieser Szene fasziniert, ist die darin steckende gesellschaftliche Chance, die Produktion aus Asien und anderen Billiglohnländern wieder zurück ins Land zu holen. Das gilt für die USA genauso wie für Europa.

Startup, Unternehmen, Gründen, UnternehmensgründungAußerdem beeindrucken mich die individuellen Chancen für die einzelnen Unternehmer. Die Hürde, von null auf Erfolg zu springen, ist durch die vielen technologischen Neuerungen der Digitalisierung extrem niedrig geworden. Es braucht nicht viel, um aus einer Geschäftsidee ein florierendes Startup zu machen – und zwar nicht nur im Dienstleistungs- oder im Software-Sektor, sondern sogar in der industriellen Produktion.

Würde das nicht perfekt zum deutschsprachigen Raum passen? Zum Tüftlertum und zur Leidenschaft für tolle Produkte? Müsste es nicht in Berlin oder in München oder wo auch immer auch eine viel stärkere Maker-Community geben? Und warum gibt es sie nicht stärker?

Gründergeist

Was bei uns noch völlig anders ist, das ist der Umgang mit dem Thema Scheitern. In Europa bedeutet Scheitern oft, dass ein für allemal Schluss mit dem Unternehmertum ist. Jedenfalls glauben das viele. Das persönliche Risiko ist gefühlt sehr groß. Mehr noch sozial als finanziell: Versuche, deinen Traum in die Tat umzusetzen und fall dabei hin – die Häme ist dir sicher. Deswegen fehlt uns auch weitgehend die unternehmerische Einstellung in der Breite der Bevölkerung. Wer aus einer deutschen Uni kommt, sagt sich: Ich habe die besten Voraussetzungen für eine tolle Anstellung in einer guten Firma.

Wer dagegen aus Stanford herausmarschiert, sagt sich: Ich habe die besten Voraussetzungen, ein Startup zu gründen. Und wer beim ersten Versuch scheitert, der hat kurzerhand eine wertvolle Erfahrung gemacht, die er beim nächsten Versuch nutzen kann.

Ich glaube, dass auch in Deutschland niemand Angst haben muss, ein Unternehmen zu starten. Natürlich sollten wir das Scheitern auch nicht heroisieren, aber im Prozess der Digitalisierung gehört es dazu, auch mal etwas gegen die Wand zu fahren. Die Einsätze sind nicht so hoch und darum darf das gesellschaftlich nicht geächtet werden.

Vom Silicon Valley lernen heißt innovieren lernen

Und noch ein Gedanke: Wer eine gute Idee hat und seine Möglichkeiten in einem gründer- und innovationsfreundlichen Umfeld austesten will, der kann auch eine Kooperation mit einem Silicon-Valley-Unternehmen anstreben. Warum nicht direkt dort einen Standort oder ein Startup eröffnen?

Zu den Erfahrungen, die ich im Silicon Valley gemacht habe, organisiere ich am 17. und 18. November in Kitzbühel meinen exklusiven „Mountain-View-Mastermind-Circle“. Ich will meinem Netzwerk die Gelegenheit geben, sich in einer ausgewählten und hochkarätigen Runde zum Thema Digitalisierung auszutauschen und unternehmensübergreifend zu vernetzen. Meinen Input aus dem Silicon Valley stelle ich dabei nur geladenen Gästen zur Verfügung. Ich möchte die Gelegenheit jedoch nutzen, an dieser Stelle exklusiv zwei Wildcards zu vergeben. Möchten Sie beim „Mountain-View-Mastermind-Circle“ dabei sein? Schreiben Sie mir per E-Mail oder in einer persönlichen Nachricht, warum ich Sie unbedingt als Teilnehmer einladen sollte bzw. welchen Beitrag Sie zum Netzwerk leisten könnten.

Die Gewinner der zwei Wildcards nehmen zum Unkostenbeitrag von 490 Euro (2 Übernachtungen) bzw. 375 Euro (1 Übernachtung) netto zzgl. USt teil, Unterbringung in großzügigen Suiten inkl. Verpflegung. Wir starten am 17. November um 17 Uhr und beschließen den Mastermind Circle am 18. November mit dem gemeinsamen Abendessen. Ich freue mich auf Ihre aussagekräftige Nachricht!


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