JOUR FIXE MIT DER ZUKUNFT: IN DREI SCHRITTEN ZU MEHR INNOVATION

Zukunft, Innovation, Jour Fixe, Führungskraft, Kalender, Planung
Rainer Petek Zukunft 3. Februar 2017 Leave a reply

9 Uhr Vorstandsmeeting, 13 Uhr Aufsichtsratssitzung, 17:30 Uhr Treffen mit der Kommunikationsabteilung – wenn Führungskräfte von einem Meeting zum nächsten hetzen, ist es kein Wunder, dass das Thema Zukunft auf der Strecke bleibt. Strategische Innovationen entstehen nun mal meistens nicht aus einem Ideenblitz in der Kaffeepause. Sie sind das Ergebnis von bewusst investierter Zeit.

Gerade in der heutigen Unternehmenswelt, die sich immer schneller dreht, sind echte Veränderung und Neuerfindung für Firmen essentiell. Deshalb ist es für Führungskräfte immens wichtig, Raum für die Zukunft zu schaffen. Regelmäßige Jours fixes mit der Zukunft sind dabei gar nicht so schwer einzurichten.

Die Zukunft im Kalender

Damit die Zukunft ausreichend Raum in Ihrem Unternehmensalltag erhält, rate ich Ihnen: Verfahren Sie mit der Zukunft genauso wie mit Ihren anderen Meetings. Tragen Sie sie in den Kalender ein. Nach dem Treffen mit dem Teamleiter steht dann von 9:30 bis 11:30 Uhr der Jour fixe mit der Zukunft. Das ist vielleicht anfangs ein bisschen ungewöhnlich, geht aber schnell in den Normalbetrieb über – wenn Sie diese Tipps verinnerlichen:

  • Schaffen Sie einen festen Platz für die Zukunft: Meiner Erfahrung nach ist eine Zeitverteilung von 60-20-20 für den Normalbetrieb geeignet. Planen Sie maximal 60 Prozent Ihrer Zeit für das laufende Geschäft ein, also beispielsweise für wichtige Meetings, bei denen Sie als Entscheidungsgeber relevant sind. Mindestens 20 Prozent sollten Sie für die Beschäftigung mit der Zukunft, Innovation und Veränderung des eigenen Bereichs einplanen, um zum Beispiel neue Leistungsmodelle, Produktinnovationen und Geschäftsmodelle zu erkunden. Und ich meine nicht unbedingt nur Strategie-Workshops. Das können Dialogspaziergänge mit Kollegen oder kreativen Mitarbeitern sein, ein Mittagessen mit einem schrägen Typen oder einfach in Stille nachdenken. Die übrigen 20 Prozent bleiben offen für Ungeplantes. Sie halten sie also frei.
  • Erkennen Sie Ihre Chancen: Wenn Sie diesen Zeitpuffer einplanen, sind Sie sofort handlungsfähiger. Eine Krise, ein plötzlicher Kundenanruf oder ein spontanes Angebot eines Partners – wenn Sie die Zeit haben, sich damit auseinanderzusetzen, dann können Sie viele Situationen zu Ihrem Vorteil nutzen. Chancen, die Sie vielleicht sonst gar nicht erkannt hätten. Denn oft werden sich plötzlich auftuende Möglichkeiten aufgrund des operativen Drucks im Tagesgeschäft schlicht nicht wahrgenommen.
  • Reagieren Sie auf herausfordernde Situationen: Bei einer sich abzeichnenden Chance, die Sie nutzen möchten, ist es hilfreich, Ihre Zeiteinteilung noch einmal anzupassen. Meine Empfehlung ist hier eine Verteilung 40-40-20. Reduzieren Sie Ihre Zeit für die laufenden Meetings, um mehr Zeit für die Zukunft zu haben. Darunter fallen Meetings, in denen Sie ehrlicherweise einfach nur sitzen, um dabei gewesen zu sein. Aber auch Meetings, in denen Sie als Entscheidungsträger relevant sind. Damit die kompetentesten Leute diese Entscheidungen treffen, hilft in herausfordernden Situationen auch eine Verlagerung der Entscheidungsbefugnisse.

Zukunft in der Gegenwart

Sicher gibt es viele Manager, die anders agieren. Aus meiner Erfahrung heraus hat das 60-20-20-Modell aber einen großen Vorteil: Wenn Sie die Formel anwenden, dann geht die Zukunft in Ihre Gegenwart über. Sie ist nicht nur eine Sache, über die gesprochen wird, sondern eine, die passiert.

Das Beste daran: Sollte einmal nichts Unvorhergesehenes passieren, sind die 20 Prozent Puffer nicht verloren. Sie haben nur noch mehr Zeit für Ihren Jour Fixe mit der Zukunft.


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