DIE NÖTIGE VERRÜCKTHEIT FÜR INNOVATIONEN

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Rainer Petek Innovation 1. März 2017 Leave a reply

Meetingraum, 9.30 Uhr, die auserkorene Geburtsstätte von Innovationen. Inzwischen ist die Runde aus Abteilungs- und Projektleitern beim vierten Kaffee und der zweiten Brezel angekommen. Das Whiteboard füllt sich ebenso – „Kreativtag am 10. März in Kongressraum 1“, „Umfrage in der Innovationsabteilung zum neuen Produkt“, „Marktforschung beauftragen“.

Der neue Mitarbeiter am Board hebt langsam seine Hand: „Herr Müller, ich hätte da eine Idee. Wie wäre es, wenn wir das neue Produkt auch online vermarkten? Ich kenne da eine Plattform, die …“ „Das ist ja ganz nett, Herr Krüger, aber wir sollten uns doch auf unser Kerngeschäft fokussieren. Woher nehmen Sie überhaupt die Zeit, sich mit so etwas Verrücktem zu beschäftigen? Also, wo waren wir stehengeblieben …“

So stirbt eine Idee, bevor sie überhaupt die Chance bekommt, sich zu entwickeln. Traditionell geführte Unternehmen im deutschsprachigen Raum versehen ungewöhnliche Ideenansätze leider schnell mit dem Stempel „verrückt“ und legen sie zu den Akten. Für mich scheitern genau an dieser Denkweise neue Innovationen. Ich habe bei meiner Reise ins Silicon Valley ein anderes Mindset erlebt. Die Kalifornier begrüßen neue Ideen mit einem: „How can I help you?“ Auch Sie können Innovationen eine Chance geben – mit dem richtigen Mindset!

Veränderungswille entfachen

Wenn auch in Ihrem Unternehmen die erste Reaktion auf eine Veränderung klingt wie: „Ob das wohl was wird?“ oder „Oh oh! Welchen Nachteil könnten wir davon haben? Welche Gefahr bringt das mit sich? Welches Risiko ist damit verbunden?“, dann ist es hilfreich, einmal den Blick über den großen Teich zu wagen. Denn meine Gesprächspartner in den USA sahen das Neue tendenziell als Chance und Möglichkeit. Sie überlegten sich sofort: „Cool! Was kann ich damit machen?“ Diese Einstellung kann Ihnen in Ihrem Unternehmen nur helfen. Wenn Offenheit gegenüber neuen Gedankenansätzen besteht, dann werden sich Ihre Mitarbeiter auch trauen, Ideen zu formulieren.

Wenn diese Ideen auch noch gut durchdacht sind, umso besser. Wir in Deutschland, Österreich und der Schweiz sind für unsere Sorgfalt und Gründlichkeit bekannt. Das können Sie für sich nutzen! Sie dürfen neben dem Diskutieren, Beobachten und Beschreiben nur nicht vergessen, die Innovationen auch umzusetzen. Für neue Innovationen braucht es Mut und vor allem Begeisterung. Entfachen Sie also den Veränderungswillen in Ihrem Unternehmen, indem Sie sich über jede frische Idee aufrichtig freuen und Neugierde zeigen – auch wenn sie zunächst noch so verrückt klingt. Damit schaffen Sie den Nährboden für Neues.

Barrieren abbauen

Sie werden vielleicht sagen, dass das alles schön und gut klingt – allerdings nicht für Ihr Unternehmen. Es ist mir durchaus bewusst, dass das Etablieren von neuen Denkweisen zunächst eine große Umstellung ist. Dass es Zeit kostet, Barrieren in den Köpfen abzubauen, die sich über Jahre hinweg aufgebaut haben. Doch das Umdenken lohnt sich! Wenn Sie Neuem vorurteilsfrei begegnen, dann werden Sie erkennen: Ideen an sich können gar nicht verrückt sein. Sie machen sie nur dazu.

Nicht jede Idee – ob „verrückt“ oder nicht – hat das Zeug, in die Tat umgesetzt zu werden. Wenn Sie die Hälfte der Ideen aber gleich pauschal ablehnen, dann beschneiden Sie Ihre Innovationskraft immens. Wirkliche Innovationen entstehen meistens sowieso aus etwas Neuem, das anfangs bestimmt ein bisschen verrückt klang.

Denken Sie daran, wenn Sie das nächste Mal in einem Meeting sitzen und eine ungewöhnliche Idee auf Sie einprasselt. Vielleicht ist sie genau die Verrücktheit, die Ihr Unternehmen braucht.


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