„Neue Computer, neues ERP-System, Mitarbeiter sind geschult – unser Unternehmen hat die Digitalisierung geschafft.“ Wenn ich so einen Satz höre, wird mir schwindelig.

„Wenn ihr in die Gletscherspalte fahrt, seid ihr tot. Wenn ihr aber meiner Spur folgt und so fahrt, wie Ihr es bei den letzten Hängen gezeigt habt, dann schafft ihr das ohne Probleme.“ Was glauben Sie, wie meine Skitourenteilnehmer reagiert haben, wenn ich mit ihnen, in meiner Zeit als Profi-Bergführer, vor einem Abschnitt mit gefährlichen Gletscherspalten stand und ihnen das sagte? Glauben Sie mir, durch die schonungslose Benennung der Herausforderung

Wir müssen digital werden! Wir müssen die Mitarbeiter überzeugen und mitziehen! Wir müssen ihnen klarmachen, dass die Digitalisierung keine Bedrohung ist! So schallt es aktuell durch zahlreiche Unternehmensflure, Vorstandsmeetings und Führungskräfteseminare. Die Mitarbeiter, heißt es dann, müssen dringend dazu gebracht werden, dass sie auf den digitalen Zug aufspringen. Was Führungskräfte und Unternehmer dabei jedoch häufig übersehen: Ihre Mitarbeiter sind zu großen Teilen längst digital.

Die Digital-Angst geht um! Wie ein Schreckgespenst streift sie durch Unternehmensflure, Büros und Köpfe. Digitalisierung – das heißt Jobverlust, Veränderungen am Markt, problematische Umbrüche, gesellschaftlicher Wandel … Liebe Digitalisierungs-Weltuntergangsbeschwörer: Davon habe ich die Nase voll. Unvorstellbar! Diese Digital-Angst ist für mich nichts Anderes als ein Stein. Ein Stein im Rucksack etlicher mitteleuropäischer Unternehmen. Mit diesem Rucksack auf dem Rücken versuchen sie, durch die Überhänge der Digitalisierung zu klettern und müssen

Starr wie ein Roboter liegt der Patient auf dem Operationstisch. „Die Narkose wirkt einwandfrei – wir fangen an! Einmal aufmachen, bitte.“ Doch anstatt von Menschenhänden setzen Hightech-Arme den ersten Schnitt mit dem Skalpell. Denn hier direkt am Patienten arbeitet kein Arzt. Nein, hier operiert ein Roboter … Ich muss gestehen, ich war ziemlich baff, als

Eine beeindruckende Stärke – die konnte Sagenheld Achilles wahrhaftig vorweisen. Eine Stärke, wie sie sich manches Unternehmen wünscht oder über Jahre mühsam erarbeitet hat. Ein Betrieb, der auf seinem Gebiet der stärkste ist oder sich am Markt eine starke Position erarbeitet hat, darf sich stolz als Achilles des Business fühlen. Doch auch der Heros Achilles hatte einen Schwachpunkt:

Labs sind die Antwort auf Ihre Gebete! Endlich neue Innovationen, endlich mehr Erfolg – mit Labs nur eine Frage der Zeit! Damit wird sich Ihr Unternehmen auf der innovativen Erfolgsautobahn direkt hinter Google und Apple einreihen. Garantiert! So euphorisch klingen manche Unternehmen, wenn Sie sich als besonders innovativ erweisen möchten und Labs einführen.

Es ist nicht verwunderlich, dass Unternehmen aller Branchen sich heute immer unsicherer fühlen. Digitalisierung, Globalisierung, Brexit & Co. erzeugen für große wie kleine Betriebe unübersehbare Fragezeichen. Für diese Unternehmen gilt aber gleichzeitig: Geh mit oder stirb. Wenn tiefgreifender Wandel an die Tür klopft, hilft deshalb oft nur eins:

Im Sommer habe ich das Silicon Valley durchforstet – und dabei begegnete ich zwangsläufig auch Gründern, die an ihrem Startup arbeiteten. Es ist ganz deutlich zu spüren, dass die Digitalisierung wie Humus für die Gründerszene ist. Dabei gibt es zwei sehr spannende Entwicklungsrichtungen, von denen meistens nur die eine in den Schlagzeilen landet.

Eines wird niemand bestreiten: Digitalisierung ist ein Riesenthema. Wir alle spüren, dass sich da ein enormer Transformationsdruck auf Unternehmer, Manager und ihre Organisationen aufbaut. Die Digitalisierung ist der Change-Treiber Nummer eins. Die Frage ist aber, was da genau passiert und wie Unternehmen damit umgehen. Hier im deutschsprachigen Raum wollen wir solche Phänomene erst mal rein intellektuell und rational begreifen.