„Neue Computer, neues ERP-System, Mitarbeiter sind geschult – unser Unternehmen hat die Digitalisierung geschafft.“ Wenn ich so einen Satz höre, wird mir schwindelig.

Wir müssen digital werden! Wir müssen die Mitarbeiter überzeugen und mitziehen! Wir müssen ihnen klarmachen, dass die Digitalisierung keine Bedrohung ist! So schallt es aktuell durch zahlreiche Unternehmensflure, Vorstandsmeetings und Führungskräfteseminare. Die Mitarbeiter, heißt es dann, müssen dringend dazu gebracht werden, dass sie auf den digitalen Zug aufspringen. Was Führungskräfte und Unternehmer dabei jedoch häufig übersehen: Ihre Mitarbeiter sind zu großen Teilen längst digital.

Strahlende Sonne, weiß glitzernder Schnee, die Ski gleiten über die perfekt präparierte Piste: Wenn nur der Weg zum Erfolg für Unternehmen genauso perfekt markiert und glattgewalzt wäre. Gerade im Unternehmensalltag gehören diese präparierten Pisten der Vergangenheit an. Führungskräfte finden heutzutage keinen vorgezeichneten Weg mit Markierungen, glattgewalztem Untergrund und Fernsicht vor.

Noch vor wenigen Wochen hielten Laien wie Führungskräfte aus allen Sparten den Brexit für völlig unrealistisch. Unternehmer, Banker, Politiker – alle dachten, dazu werde es nicht kommen. Dass die Briten jetzt doch aus der EU raus sind, zeigt deutlich: Das Ungewisse ist mittlerweile an der Tagesordnung. Doch manche Leader in der EU geben weiterhin vor, sie wüssten genau Bescheid. Statt sich zur Unsicherheit zu bekennen, täuschen sie vor, Entwicklungen mit

„Jetzt mal konkret, Chef: Wo werden wir in drei Jahren stehen?“ Das ist eine häufige Frage von Mitarbeitern, wenn ihr Unternehmen Neuland betritt. Das Neue bietet eben große Chancen, droht jedoch auch mit Unsicherheit und Überforderung. Das Gefühl gleicht dem Klettern in einer Seilschaft – also im Team – durch eine unbekannte Bergwand.