„Wir sind doch Profis! Wir experimentieren nicht!“ Diese Aussage schlägt mir nicht nur in meiner Beratungsarbeit, sondern auch unter Kollegen meiner Zunft immer wieder entgegen. Ich treffe häufig auf Menschen, die glauben, dass minutiöses Planen und perfekt durchdachtes Intervenieren ausreicht, um alle möglichen Fehler auszuschließen und vorherbestimmbare Ergebnisse zu produzieren.

Wir müssen digital werden! Wir müssen die Mitarbeiter überzeugen und mitziehen! Wir müssen ihnen klarmachen, dass die Digitalisierung keine Bedrohung ist! So schallt es aktuell durch zahlreiche Unternehmensflure, Vorstandsmeetings und Führungskräfteseminare. Die Mitarbeiter, heißt es dann, müssen dringend dazu gebracht werden, dass sie auf den digitalen Zug aufspringen. Was Führungskräfte und Unternehmer dabei jedoch häufig übersehen: Ihre Mitarbeiter sind zu großen Teilen längst digital.

Ein Maschinenbauer aus Baden-Württemberg hat einen neuen Mitarbeiter. Er arbeitet kostenlos, übernimmt körperlich anstrengende Aufgaben und heißt Fifi. Fifi ist ein Roboter, der schwere Lasten trägt und einem Arbeiter überallhin folgt. Genauer ist Fifi ist ein elektronischer Hund, der per Handzeichen gesteuert wird. Hat er sein „Herrchen“ identifiziert, dann trägt, schiebt und hebt Fifi schwere Lasten durch die Fabrikhallen.

Zwischen Work 4.0 und agiler Arbeit wird ein Thema ganz groß geschrieben: Flexibilität ist das A und O, um auf die sich schnell wandelnden Rahmenbedingungen des Marktes reagieren zu können. Diese Flexibilität beginnt nicht zuletzt am Arbeitsplatz Ihrer Mitarbeiter. Viele Unternehmen bemühen sich, flexible Arbeitsformen zu ermöglichen. Da dürfen sich die Mitarbeiter über höhenverstellbare Schreibtische, Ruheräume und Kommunikationsecken freuen. Für Start-ups, die sich aus dem Nichts einrichten, ein tolles Experimentierfeld.

Da kommen Sie mit einer genialen Idee ins Unternehmen und präsentieren Ihren Geistesblitz stolz den Kollegen – und dann? Dann werden skeptisch alle möglichen Risiken analysiert – so lange, bis die einst so gute Idee niedergeschmettert ist. Es ist der Umgang mit neuen Ideen, der mir Kopfzerbrechen bereitet. Viel zu oft erlebe ich, dass die Menschen sich lieber absichern und das bewahren, was sie schon kennen. Neuem stehen die meisten

Was spornt Sie an, kreativ zu arbeiten? Und noch viel wichtiger: Wie sehr beflügelt Ihre Arbeitsumgebung Ihre Kreativität? Büroeinrichtungen sind so unterschiedlich wie die Menschen selbst. Vom grauen Teppich mit Yuccapalme in der Ecke, über dunkle, abgetrennte Einzelschreibtische, bis hin zum Schickimicki-Großraumbüro mit Designermöbeln. Habe ich alles schon gesehen – leider. Denn ich bin der Überzeugung, dass vielen Unternehmern gar nicht bewusst ist, wie wichtig der umgebende Raum am Arbeitsplatz

Berlin, ein schickes Gründerzentrum, Unternehmenssitz bekannter Größen der Start-up- und Internetszene: „Sie möchten das Gebäude besichtigen? Aha. Sind Sie denn Mitglied?“ Palo Alto, HanaHaus, Coworking-Space und Café: „Hi, how you doing? Would you care for a coffee?“ Ein Unterschied von Welten. Während meine Partnerin Irene Graf und ich in Berlin schon am Empfang unsere Neugierde zu Grabe trugen, fühlten wir uns im amerikanischen Äquivalent des Coworking-Spaces unmittelbar willkommen. Nicht zuletzt

Chance erkennen – Plan entwerfen – Plan verfolgen – Ziel erreichen. Diesem Muster folgt unbewusst das tagtägliche Denken und Handeln im Job und privat. Denn die allgemeine Vorstellung, dass wir Menschen ohne Plan und Ziel nicht erfolgreich sind, hat sich hartnäckig und mit Bestand in unseren Köpfen verankert. Genauso verankert ist die Vorstellung, dass eine Chance etwas Objektives ist, etwas, das unabhängig von uns irgendwo da draußen in der Umwelt

Als Speaker und Coach bin ich wahrhaftig viel unterwegs. Übernachte in den verschiedensten Hotels, sitze in den unterschiedlichsten Seminarräumen und sehe die vielfältigsten Unternehmen von innen. Dabei sind viele inspirierende Orte unterschiedlichster Natur, die ich meist richtig energetisiert wieder verlasse. Es sind aber auch Orte dabei, an denen ich freiwillig keine Sekunde länger bleiben will. Was diese Orte meist eint: ungemütliche Röhrenlampen, überall dasselbe eintönige Inventar, überall dieselben Böden –

Graue karge Betonwände, typische 08/15-Büromöbel und ein eintöniger anthrazitfarbener Teppichboden. So sieht der typische Blick in viele Unternehmen aus. Der Blick aus dem Fenster zeichnet kein fröhlicheres Bild: lediglich die nackte Fassade des Bürokomplexes gegenüber. Und an solch einem Ort sollen Inspiration und Kreativität sprießen? Da bleibt mir wohl nicht viel anderes übrig, als solchen Unternehmen und deren Mitarbeitern viel Glück für ihre Innovationen zu wünschen. Oder ich schenke ihnen