Über 30 Jahre ist meine Durchsteigung der Nordwand der Grandes Jorasses bereits her. Es fühlt sich jedoch an, als wäre sie gestern gewesen. Denn ich erinnere mich noch genau an den Moment, als mein Partner und ich entschieden haben: Wir werfen unsere bisherigen Pläne über den Haufen und laufen ins Ungewisse. Auch in Unternehmen stehen Sie als Chef oft an einem Punkt, an dem Sie gezwungen sind, neue Wege einzuschlagen.

„Schön, dass Ihnen das Projekt gefällt – lassen Sie uns die Ziele definieren und dann legen wir los! “ Ihre Idee ist also gut angekommen, Ihr neuestes Vorhaben, Ihr „Baby“ bei Ihren Leuten auf fruchtbaren Boden gefallen. Kaum hat das Projekt dann Zustimmung gefunden, gehen die Leader sofort in die Zielformulierung und sind hochmotiviert, sich mit ihrem Projektteam in die Planung zu stürzen. Möglichst detailliert und konkret. Bitte: Halten Sie

Ich wollte in die Westalpen. Unbedingt. So ging es mir vor über 30 Jahren, als ich das erste Mal ins Mont Blanc-Gebiet aufbrach. Und weil es das erste Mal war, hatten wir uns mit dem Kuffnergrat auf den Mont Maudit ein attraktives und realistisch machbares Ziel gesetzt. Nur blöd, dass das Wetter nicht mitspielte und wir beim ersten Versuch umkehren mussten. Das Gute daran:

„Wir sind doch nicht die verlängerte Werkbank der technischen Führungsriege!“, fasste ein Teilnehmer die erste Erkenntnis des Workshops zusammen. Ich würde mir sehr wünschen, dass diese Einsicht in vielen Unternehmen reift.

„Chef, darf ich bitte die Lampe im Büro auswechseln?“ Ja, jetzt lachen Sie vielleicht. Mir schlief eher das Gesicht ein, als mir ein Geschäftsführer von dieser Frage erzählte, mit der ein Abteilungsleiter zu ihm kam. Die Geschäftsführung war mit ihrer Weisheit am Ende: Der Produktionsstandort Ihres Automatisierungsunternehmens kämpfte mit massiv schlechten wirtschaftlichen Zahlen, sinkender Kundenzufriedenheit und steigenden Reklamationen. Gute Mitarbeiter aller Ebenen verließen in Scharen das Unternehmen. Der Standort sollte