„Faszinierend“, hätte Mr. Spock aus Star Trek gesagt, wäre er kürzlich mit mir in der Zukunft gewesen. Mit Science-Fiction hatte das freilich wenig zu tun: Ich begleitete den Zukunftstag eines Unternehmens für Sportmarketing und coachte gemeinsam mit einer Kollegin die Mitarbeiter und Führungskräfte bei ihrem Vorhaben, sich zukunftsfähig aufzustellen.

Das Ausscheiden der Hauptgesellschafter aus dem Unternehmen ist zwar noch fern am Horizont, aber absehbar. Um weiterhin eine führende Rolle am Markt zu spielen, stellte sich das Management nun natürlich viele Fragen: Wie soll es mit dem Unternehmen weitergehen? Aber auch: Wie können die Wünsche und Träume der Mitarbeiter eingebracht und umgesetzt werden?

Voller Hochachtung war ich vor allem für den Mut, den das Management gezeigt hatte: Am Zukunftstag nahmen nicht nur Mitarbeiter und Führungskräfte teil. Das Unternehmen hatte auch Geschäftspartner, Kunden und Lieferanten für die externe Perspektive eingeladen. Das Management traute sich, seine internen Fragen mit externen Partnern abzugleichen, anstatt nur die eigene Suppe zu köcheln. Diese untypische Herangehensweise führte zu einer außergewöhnlichen Dynamik! Zusammen mit dem externen Input und meinen Change-Impulsen „aus der Nordwand“, die ich zum Start des Zukunftstages einbrachte, entwickelte das Unternehmen ein motivierendes und gut zu ihm passendes Zukunftskonzept.

Vor der Umsetzung steht der Traum

Über die eigene Zukunft nachzudenken, ist enorm wichtig – auch wenn niemand sie von A bis Z durchplanen kann. Es gilt, genau wie beim Bergsteigen, sich in Gedanken auf das vorzubereiten, was sein könnte.
Denn viele wichtige Schritte passieren oft schon weit vor der Klettertour. Die Zukunft wird bereits gemeinsam erdacht, wenn Sie im Winter auf der Skihütte oder im Frühjahr beim Lagerfeuer in einem Klettergebiet zusammensitzen und fragen: „Welche Touren klettern wir nächsten Sommer?“ Sie spinnen gemeinsam Träume und machen Pläne.

Diese wilde Träumerei baut eine unglaubliche Energie im Team auf, vor allem wenn die Beteiligten merken, dass sie nach einer ähnlichen Zukunft streben. Die Träume werden zu greifbaren Möglichkeiten, es kommt Vorfreude auf und der Wunsch, den Traum gemeinsam zu realisieren. Das ist ein wichtiger Energielieferant fürs tägliche Handeln. Die Gruppe baut Vertrauen untereinander auf, weil sie erkennt: Wir gehen in dieselbe Richtung. Das weckt sofort völlig neue Tatkraft und motiviert ungemein – auch im Unternehmen.

Konkret wird die Zukunft immer nur in der Gegenwart

Oft können die Zukunftspläne gar nicht exakt formuliert werden. Denn ob die Rahmenbedingungen auch zu den Träumen passen, entscheidet sich oft ja doch erst, wenn der Moment gekommen ist. „Wir klettern diesen Sommer die schwersten Routen rund um den Mont Blanc“ oder „Wir wollen mit unseren Steuerungssystemen beim ‚Internet of Things’ an vorderster Front mitspielen“ sind trotzdem gute und wichtige Vorhaben, weil sie Sie im Kopf vorbereiten und vor allem dazu anspornen, die eigene Entwicklung voranzutreiben. Bietet sich dann plötzlich auch wirklich die Gelegenheit – am Berg oder am Markt – müssen Sie nicht mehr lange nachdenken.

Diese Erfahrung habe ich mit 19 Jahren gemacht. Ich hatte schon lange davon geträumt, irgendwann die Nordwand der Grandes Jorasses zu durchsteigen. Als ich dann im Sommer 1984 in den Französischen Westalpen war und eigentlich leichtere Routen klettern wollte, waren die Wetterbedingungen auf einmal so perfekt, dass ich tatsächlich mit meinem Kletterpartner in die Nordwand einstieg. Hätte ich mich darauf nicht längst mental vorbereitet, hätte ich diese einmalige Chance wohl verpasst.

Genauso ist es im Unternehmen: Sie wissen nie, welche Chancen oder auch Hindernisse sich in Zukunft auftun werden. Das Träumen, die gedankliche Übung, die Vorbereitung des Geistes helfen aber enorm. Wenn die Zukunft dann an die Tür klopft, sind Sie schnell handlungsfähig und können alle sich öffnenden Türen nutzen.

Also: Lassen Sie sich von Ihrem unternehmerischen Traum inspirieren. Kopfkino an und erdenken Sie sich Ihre Zukunft!

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