„Alle mir nach!“

Dieser Befehl funktioniert nicht mal mehr beim Heer, geschweige denn in Unternehmen. Wenn Sie sich jetzt fragen, wie Sie Ihr Team denn dann begeistern können, ist der Ansatz bereits verkehrt. Wie Sie es richtig anpacken? Ganz einfach: mit einer Geschichte.

Hierarchien reichen nicht als Motivation

Wer in einem Unternehmen sagt, wo es langgeht, ist im Organigramm offenkundig festgelegt. Es spiegelt die hierarchische Struktur der Firma wider und suggeriert damit den Mitarbeitern, wem zu folgen ist. Ob sie dann tatsächlich voll motiviert mitgehen, steht allerdings auf einem ganz anderen Blatt. Die Entscheidung, für das vorgegebene Ziel den vollen Einsatz zu bringen, findet oft nicht in dem Maß statt, wie Führungskräfte sich das wünschen.

Sich führen zu lassen, ist letztendlich eine höchst persönliche Entscheidung des Geführten. Ob ein Mitarbeiter seine Ideen und seine Motivation zur Verfügung stellt, hängt von seiner Bereitschaft ab, freiwillig zu sagen: „Ja, ich gehe mit, ich will dabei sein.“ Diese Entscheidung trifft er autonom und nicht einfach nur deshalb, weil sein Chef das so will.

Als Bergführer habe ich gemerkt: Ich muss meinen Teilnehmern eine tolle Tour in Aussicht stellen, die es wert ist, dabei zu sein. Davon muss ich selbst überzeugt sein und das auch ausstrahlen. Weiterhin liegt es an mir, ich das Vertrauen zu vermitteln, dass diese Tour gemeinsam mit mir zu schaffen ist. Erst auf dieser Basis erreiche ich, dass die Leute mit mir gehen wollen und bereit sind, alles für diesen Aufstieg zu geben.

Vom Dealer zum Leader

Wenn Sie als Führungskraft einfach nur versuchen, die von der Geschäftsleitung vorgegebenen Zahlen zu erreichen, sind Sie nicht mehr als ein Ausführungsagent. Vielmehr geht es darum, Ihre Vorgaben so zu formulieren, dass Ihre Mitarbeiter sagen: „Das klingt cool, dafür will ich mich einsetzen!“ Der reine Deal-Modus reicht dafür nicht aus: Ihre Mitarbeiter nur deshalb voranzubringen, damit Sie sich Ihre eigene Jahresprämie sichern oder Ihre nächste Beförderung, ist keine Motivation.

Damit Ihre Mitarbeiter den Eindruck haben, es lohnt sich auch für sie, sollten Sie in den Lead-Modus umschalten. Was können Sie mit dem Projekt gemeinsam am Markt erreichen? Wie profitieren Ihre Mitarbeiter von den Zielen? Wenn sie selbst weiterkommen, wenn sie sich dafür engagieren, kann ein Anreiz sein. Oder etwas Neues zu lernen. Oder eine Aufgabe zu erhalten, die ganz einfach spannend ist. Das Vertrauen in Sie als Führungskraft, mit der Ihre Mitarbeiter die Aufgaben schaffen können, ist dabei fundamental.

Elevator Pitch für Ihr Team

Um Höchstleistungen zu erreichen, gehören selbstverständlich auch Freiräume dazu, die Platz für die Entfaltung ganz individueller Stärken bieten. Denn ja, die Zielvorgaben stehen, aber dennoch existieren etliche Wege, die zum Erreichen führen. Geht es um die volle Kraft Ihres Teams, sollten Sie das immer auf dem Schirm haben und offen für die Ideen aller Teammitglieder sein.

Dem Team ein Projekt schmackhaft zu machen, schaffen Sie am besten mit einer kurzen, schlüssigen Geschichte. Vermitteln Sie Ihren Mitarbeitern, warum genau sie die Richtigen für das Projekt sind und niemand anders. Geben Sie eine knackige Antwort darauf, warum dies eine einmalige Chance für alle Beteiligten ist. Die Frage ist eben nicht, wie Sie Ihre Leute mit schwungvollen Worthülsen begeistern. Es geht ganz konkret darum, warum es toll sein kann, bei einem Projekt engagiert mitzumachen. Wecken Sie bei Ihren Mitarbeitern den Reiz, gern dabei sein zu wollen. Denn da kommt die Energie und Power für Ihr Unternehmen her. Und da steckt dann auch echte Begeisterung dahinter.

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