„Eines der langweiligen Geheimnisse, warum das Silicon Valley so ein Sammelpunkt Kreativer ist, ist einfach, dass es hier so schön warm ist.“

Das verriet mir einer meiner Gesprächspartner, als ich auf meinem Field Trip kürzlich quer durch das Epizentrum der Digitalisierung reiste. Und er traf damit unbewusst mitten in den Kern einer Sache, die mich an dem kalifornischen Landstrich so fasziniert: Das Silicon Valley ist nicht nur ein Ort, an dem Kreative auf engstem Raum zusammenkommen. Es ist auch ein Ort der einmaligen Raumgestaltung!

Der Umgang mit Raum ist ein völlig anderer als bei den meisten europäischen Unternehmen. Denn die Unternehmen dort haben erkannt: Die Raumgestaltung beeinflusst ganz wesentlich die Ergebnisse eines Unternehmens.

Raumgestaltung als Statement

Spannend war für mich speziell der Besuch bei Airbnb. Wer die Zentrale des Moguls für private Übernachtungsmöglichkeiten betritt, steht inmitten eines sehr hohen Atriums, einem hohen Luftraum mit Glasfronten, der den Blick auf ganz unterschiedlich gestaltete Räume freigibt. Kein Büro, kein Meetingraum sieht aus wie der nächste. Mit Chaos hat das allerdings nichts zu tun: Die gezielte Raumgestaltung macht deutlich, worum es dem Unternehmen geht.

Raumgestaltung, Ergebnisse, Leistung, UnternehmenDenn die Raumgestaltung jedes Zimmers bei Airbnb richtet sich nach einer Originalunterkunft, sprich: Im Büro sieht es exakt so aus wie bei einem Airbnb-Gastgeber irgendwo auf der Welt. Die Raumgestaltung spiegelt somit das Kaleidoskop an unterschiedlichsten Unterkünften wider, auf das Airbnb-Mitglieder international und in allen Kulturen zugreifen können. Und diese Nachbildungen sind beileibe keine Showräume, sondern echte Meetingräume und Büros. Klar steht – im Gegensatz zur Originalunterkunft – in der Mitte dann ein Meetingtisch mit Stühlen oder es hängt ein Videoscreen an der Wand, aber der Touch einer fremden Kultur bleibt erhalten. Ein total spannendes Konzept der Raumgestaltung!

Individuelle Raumlösungen

Wenn ich da an Unternehmen in Europa denke … Ein deutscher Kunde von mir hat beispielsweise auch ein großes Atrium. Doch wenn ich dort eintrete, empfinde ich die Raumgestaltung eher als beklemmend. Und Sie haben sicher schon ähnliche Erfahrungen gemacht: Direkt nach der Tür blockiert der Empfang den offenen Raum, wo geprüft wird: „Wer bist du und was willst du hier?“ Und im Luftraum rundum sehen Sie nichts als geschlossene Türen, hinter denen die Mitarbeiter des Unternehmens eilig in ihren Büros verschwinden. Artgerechte Haltung für folgsame Mitarbeiter?

Im Airbnb-Atrium hingegen trifft die kreative Elite sich im hauseigenen Café und es wundert mich nicht, dass in dieser super Atmosphäre ganz andere Ideen entstehen als in so manchen europäischen Unternehmen. Denn die sorgfältige Raumgestaltung zieht sich bei Airbnb weit über das Atrium hinaus.

Wer den deutschen oder österreichischen Großraumbüro-Alltag gewohnt ist, wird wie ich nicht schlecht staunen, dass ein Großteil der Arbeitsplätze hier nicht fix ist. Für die Airbnb-Mitarbeiter stehen überall Schränke und Roll-Container zur Verfügung, in denen sie ihre Unterlagen deponieren können. Dort haben sie ihren sicheren Hafen. Und wenn sie zur Arbeit kommen, ziehen sie mit ihren Sachen flexibel exakt an den Ort, den sie gerade brauchen: ins Großraumbüro, weil sie die Kommunikation suchen, oder vielleicht doch eher an einen ruhigen Ort, der konzentriertes Arbeiten erlaubt?. Oder vielleicht gleich zum entspannten Nachdenken auf ein Sofa. Alles ist möglich, weil die Belegschaft nicht mit Standardlösungen für die Arbeitsplätze über einen Kamm geschoren wird.

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Second Places – Zusammenarbeit mal anders

Wenn Sie sich jetzt denken: „Das klingt eher nach Gammeln auf der Couch und Büroklatsch als nach gescheiter Arbeit“, kann ich nur vehement widersprechen. Tatsächlich macht die Raumgestaltung mit Sofaecken und sogenannten „Second Places“ die Zusammenarbeit nach meiner Beobachtung noch effektiver. Sie sind kleine Zonen für informelle Besprechungen, in denen sich die Mitarbeiter spontan zusammensetzen und gemeinsam kreativ werden können. In Europa wird eine solche Raumgestaltung aus einem vordergründigen Produktivitätsdenken heraus vermutlich oft niemals umgesetzt.

Bei Airbnb hingegen finden sich solche Ecken überall: Denn die Unternehmensführung will, dass sich ihre Leute wohlfühlen und sich jederzeit überall unbürokratisch besprechen können. So wird die informelle Zusammenarbeit allein über die Raumgestaltung wesentlich gefördert.

Raumgestaltung, Ergebnisse, Leistung, UnternehmenUnd auch alltägliche To-dos werden geschickt mit dieser Art der Raumgestaltung kombiniert. So gibt es beispielsweise einen Postraum, in dem sich alle Mitarbeiter ihre Briefe abholen. Weil sie dabei öfter mal auf andere Kollegen treffen, ist der Postraum – ganz logisch – eingeringt von kleinen Besprechungskojen, in denen sich die Menschen noch schnell austauschen können. Täusche ich mich, wenn ich sage, dass solch ein Austausch in deutschsprachigen Ländern noch vier E-Mails und einen Termin im Kalender bräuchte? Dann doch lieber eine Raumgestaltung, die den aktiven Austausch begünstigt!

Wer es dann doch mal eilig hat, der geht zum Mittagessen schnell in einer der Quick-Lunch-Kantinen vorbei. Die Essens- und Getränkeauswahl dort ist zwar eingeschränkt, dafür läuft die Sache besonders schnell. Kollegen, die konzentriert an einem Projekt durcharbeiten wollen, bleibt so der längere Weg und mögliche Wartezeiten in der Hauptkantine erspart und sie haben die Möglichkeit zum kurzen Snack zwischendurch.

A sense of belonging

Ob nun schnelles oder langsames Mittagessen: Was bei mir sehr eindrücklich hängenblieb, war, wie wohl ich mich im Airbnb-Gebäude fühlte – und das obwohl es eigentlich nicht einmal fertig aussieht. Auch hier ist die amerikanische Herangehensweise an die Raumgestaltung eine völlig andere: Anstatt ein großes theoretisches Gesamtkonzept anzufertigen, wurde die Airbnb-Zentrale peu à peu aufgebaut und wird beständig angepasst, sukzessive auf- und umgebaut. Sie behält so immer den Hauch des Provisorischen – und das mit Absicht: Denn die Raumgestaltung alleine suggeriert den Mitarbeitern: „Wir sind nicht fertig. Schlaft nicht ein, wir entwickeln uns immer weiter.“ Das Ergebnis schaut unheimlich lebendig aus. Wenn ich denke, wie tot hingegen deutsche Meetingräume häufig wirken – unglaublich!

Aaron, ein Architekt aus dem Environmental Team bei Airbnb, der mich sehr gastfreundlich nach seinem Feierabend durchs Gebäude führte, beschrieb es sehr treffend: Es sei „a sense of belonging and community“, der über die Raumgestaltung den Mitarbeitern ebenso wie den Kunden vermittelt werden solle. Und das musste auf keiner Tür und keinem Plakat stehen, denn dies habe ich schon als Besucher sofort gespürt.

Verbessern Sie Ihre Ergebnisse – nicht nur mit Raumgestaltung

Eine gute Raumgestaltung im Unternehmen beginnt also damit, dass Sie überhaupt einmal erkennen, dass der Raum die Atmosphäre, die Ergebnisse und wie gearbeitet wird, in hohem Maße mitbestimmt. Ich wende das zum Beispiel in meinen Workshops an, in denen ich prinzipiell keine Tische erlaube, weil die Teilnehmer sich automatisch dahinter „verschanzen“. Der Umgang miteinander ist ein ganz anderer. Es geht also darum, in Europa überhaupt erst einmal das Bewusstsein zu entwickeln, dass die Raumgestaltung keine Dekoration ist, sondern ein wichtiger Faktor darin, wie sich das Geschehen im Raum entwickelt.

Weil mich neben der Raumgestaltung noch viele andere Aspekte im Silicon Valley fasziniert haben, organisiere ich am 17. und 18. November in Kitzbühel meinen exklusiven „Mountain-View-Mastermind-Circle“. Ich will meinem Netzwerk die Gelegenheit geben, sich in einer ausgewählten und hochkarätigen Runde zum Thema Digitalisierung auszutauschen und unternehmensübergreifend zu vernetzen. Meinen Input aus dem Silicon Valley stelle ich dabei nur geladenen Gästen zur Verfügung. Ich möchte die Gelegenheit jedoch nutzen, an dieser Stelle exklusiv zwei Wildcards zu vergeben. Möchten Sie beim „Mountain-View-Mastermind-Circle“ dabei sein? Schreiben Sie mir per E-Mail oder in einer persönlichen Nachricht, warum ich Sie unbedingt als Teilnehmer einladen sollte bzw. welchen Beitrag Sie zum Netzwerk leisten könnten.

Die Gewinner der zwei Wildcards nehmen zum Unkostenbeitrag von 490 Euro (2 Übernachtungen) bzw. 375 Euro (1 Übernachtung) netto zzgl. USt teil, Unterbringung in großzügigen Suiten inkl. Verpflegung. Wir starten am 17. November um 17 Uhr und beschließen den Mastermind Circle am 18. November mit dem gemeinsamen Abendessen. Ich freue mich auf Ihre aussagekräftige Nachricht!

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