Lassen Sie sich das mal auf der Zunge zergehen: Jeder US-Präsident zieht mit zirka 4000 neuen Mitarbeitern ins Weiße Haus ein. Ja, Sie haben richtig gelesen: 4000 Menschen arbeiten im Stab des mächtigsten Mannes der Welt.

In der Politik wie im Unternehmen ist der Teamgedanke in Mode – „Team Trump“ und „Team Clinton“ sind aktuelle Beispiele für das Beschwören von Zusammenarbeit. Bei dieser Anzahl von Menschen bzw. dieser Organisationsgröße müsste man korrekterweise jedoch eher von einem „Team aus Teams“ als nur von „einem Team“ sprechen. Und das auch nur, wenn sie tatsächlich zusammenarbeiten.

Eine Herausforderung, wie Sie auch Unternehmer täglich haben: Die Mitarbeiter sind organisatorisch in Teams formiert, erfüllen ihre Aufgaben und trotzdem ist das Ergebnis „nur okay“. Die Kollegen kommunizieren kaum miteinander, und da und dort brodelt es unter der Oberfläche. Jeder arbeitet in seinem Silo und für seine persönlichen Ziele.

Das geht auch anders, wenn es Ihnen gelingt, aus einem Team eine Leistungsgemeinschaft zu machen, deren Mitglieder sich ganz selbstverständlich für das gemeinsame Ergebnis und die Problemlösung beim Kunden einbringen.

Was Sie davon haben? Echte Wertschöpfung.

In Teamstrukturen arbeiten und bedingungslos dazugehören

Doch ein Team ist nicht automatisch eine belastbare und ergebnisorientierte Leistungsgemeinschaft. Sehr oft überwiegen die Einzelinteressen der Mitarbeiter – gefördert von individuellen Zielen und Anreizsystemen. Die erste Aufgabe, die Sie in Angriff nehmen sollten, ist alle Ziel- und Anreizsysteme zu eliminieren, die Einzelleistungen messen, belohnen oder mit anderen Konsequenzen versehen. Weg damit. Solange Sie das nicht getan haben, haben Sie auch keine Teamstrukturen.

Ein weiteres Fundament einer echten Leistungsgemeinschaft ist die Erfahrung echter Zugehörigkeit. Wenn Sie als Führungskraft den Einsatz Ihrer Mitarbeiter anerkennen und Ihre Mitarbeiter merken, dass sie – unabhängig von den aktuellen Ergebnissen – gewissermaßen bedingungslos dazugehören, werden Sie, dann, wenn es drauf ankommt, den Einsatz für die Extrameile bekommen. Wenn Ihre Leute hingegen Angst haben, nicht mehr dazuzugehören – und sei es auch nur unterschwellig – werden Sie nicht den vollen Einsatz zeigen.

Kunden als Sinnstifter

Mit diesen Voraussetzungen wird es Ihnen deutlich leichter fallen, Menschen hinter einem gemeinsamen Anliegen zu versammeln. Eines sollten Sie dabei bedenken: Wenn ein gemeinsames Anliegen für Ihre Mitarbeiter Sinn macht, sind sie interessiert und hellwach. Dann ziehen alle ganz selbstverständlich am selben Strang, um das gemeinsame Ziel zu erreichen. Woher kommt dieser Sinn? Ganz sicher nicht aus Zielvorgaben, KPI´s oder dergleichen – sondern aus der konkreten Erfahrung etwas Sinnvolles für den Kunden zu tun.

Ziele werden so zur Herzenssache: Ganz automatisch stimmen sich die Mitarbeiter untereinander ab. Sie fragen den anderen um Rat, als wäre es das Natürlichste von der Welt. Wer die zündende Idee für ein neues Projekt hat, wird dabei zur Nebensache, wenn es dem Ergebnis zuträglich ist. Denn am Ende zählt nur, dass die Gemeinschaft das beste Ergebnis für die Kunden erzielt.

Im Sinne dieses Ziels haben auch politische Spielchen keinen Platz mehr. Die Energie, die fürs Taktieren verschwendet wurde, verwenden die Mitarbeiter jetzt für wirklich wertschöpfende Dinge.

Ein Team aus Teams beginnt im Kleinen

Natürlich ist die Entwicklung von einem „Haufen“ Einzelkämpfer zu einer echten Leistungsgemeinschaft schwieriger, je größer das Team ist. Die 4000 neuen Mitarbeiter im Weißen Haus werden sich zum Beispiel nicht alle persönlich kennen und die Gemeinschaftsbildung wird dadurch erschwert.

Also starten Sie mit diesem Entwicklungsprozess im Kleinen, mit einzelnen Teams und Abteilungen. Schon in kleinen Organisationseinheiten kann eine Leistungsgemeinschaft so viel mehr erreichen. Aber Vorsicht: Der Erfolg ist ansteckend und schwappt gerne aufs ganze Unternehmen über.

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