Berlin, ein schickes Gründerzentrum, Unternehmenssitz bekannter Größen der Start-up- und Internetszene: „Sie möchten das Gebäude besichtigen? Aha. Sind Sie denn Mitglied?“

Palo Alto, HanaHaus, Coworking-Space und Café: „Hi, how you doing? Would you care for a coffee?“

Ein Unterschied von Welten. Während meine Partnerin Irene Graf und ich in Berlin schon am Empfang unsere Neugierde zu Grabe trugen, fühlten wir uns im amerikanischen Äquivalent des Coworking-Spaces unmittelbar willkommen. Nicht zuletzt aufgrund einer Architektur, die genau das bei den Besuchern des Gebäudes bewirkt.

Komm herein!

Mir ist ohne Zweifel klar, warum das HanaHaus den Ruf genießt, der wohl inspirierendste Coworking-Space in der San Francisco Bay zu sein. „Geht ins HanaHaus, da habt ihr eine gute Chance, Mark Zuckerberg beim Café zu treffen“, sagten unsere amerikanischen Geschäftspartner Irene und mir, als wir quer durchs Silicon Valley reisten.

Hineingezogen ins Gebäude hat uns dann jedoch weniger die Aussicht auf ein Selfie mit Mark, sondern vielmehr die ungewöhnliche Fassade. Zwischen all den Präsentationsflächen der High-tech-Firmen um es herum gerät die spanische Fassade des ehemaligen Theaters zum exotischen Hingucker. Das sollte ein Coworking-Space sein? Auf den ersten Blick fühlte sich der Arkadengang ins Innere des Gebäudes weniger nach „Work“ an und eher nach einer kreativen Oase inmitten des Business-Dschungels. Die Geräusche der Straße blieben draußen, im offenen Innenhof begrüßte uns ein Brunnen mitsamt Café.

Die gesamte Architektur scheint zu sagen: Komm herein, hier kannst du verweilen.

Coworking-Theater vom Feinsten

Dieses Gefühl, willkommen zu sein an einem Ort, an dem nicht mein Name an der Tür steht, ist für mich die Essenz eines jeden Coworking-Konzepts. Damit Coworking überhaupt sinnvoll stattfinden kann, müssen Menschen aller Sparten und Couleur an einem Ort zusammentreffen können, der eine positive Energie vermittelt. An dem sie sich ungezwungen austauschen und ohne hierarchische und bürokratische Schwellen zusammenarbeiten können.

Auf diese Freiheit von Schwellen wies mich auch meine Partnerin hin, die mit dem Auge der Architektin sofort erkannte: Das HanaHaus heißt seine Besucher deshalb so offensichtlich willkommen, weil sie Schritt für Schritt in das Gebäude vordringen können, ohne auf Schwellen oder verschlossene Türen zu stoßen. Besucher – ob an Coworking interessiert oder nicht – können auf einen Kaffee hereinschnuppern, ein inspirierendes Gespräch führen und wieder gehen. Oder sie wagen sich tiefer hinein in die logische, unverflochtene Architektur, entdecken offene Räume für Workshops und Veranstaltungen sowie anmietbare Räume für Seminare und Coworking vom Feinsten.

Zwar ist das HanaHaus längst kein Theater mehr, doch ein Ort der Begegnung und Gemeinschaft, an dem alle zusammenkommen können, ist es durch diesen Aufbau geblieben. Ein Aspekt, von dem viele europäische Coworking-Einrichtungen weit entfernt sind.

Entschuldigung, wird hier zusammengearbeitet?

In Europa ist es nach wie vor Usus, dass junge Unternehmensgründer und Arbeitende ohne feste Räume ihr Coworking akribisch planen müssen. Sie müssen im Voraus einen Raum im Coworking-Space buchen, sich anmelden, eventuell sogar eine Mitgliedschaft beantragen. Meist hängt dann über dem Eingang – oder spätestens zwei Schritte weiter bei der Kasse – noch ein Schild, dass hier Coworking stattfindet. Die Atmosphäre verrät es schließlich nicht.

Im HanaHaus wird das nirgendwo erklärt. Jedermann kann einfach ohne Voranmeldung dort hingehen und etwas von der Atmosphäre mitnehmen – wie viel, bleibt jedem selbst überlassen. Willkommen sind alle. Das Coworking ergibt sich durch die offene Atmosphäre des Zusammentreffens von selbst.

Auf dieselbe Weise sollten Mitarbeiter in Coworking-Spaces sowie in klassischen Unternehmen sich an ihrem Arbeitsplatz willkommen fühlen, um inspiriert ihrem täglichen Doing nachzugehen. Ohne Schotten-dicht-Mentalität mit Kontrollstand und Schranke.

Willkommen, liebe Mitarbeiter!

Wie ein solcher Raum aussehen kann, an dem sich alle gleichermaßen willkommen und zum Austausch angeregt fühlen, können weder meine Partnerin noch ich Ihnen per Patentrezept beantworten. Es ist sicher nicht damit getan, dass jedes zweite Unternehmen sich ein öffentliches Café ins Atrium baut. Wenn Sie Flächen kreieren, die Kommunikation und Zusammentreffen ermöglichen, müssen diese stets mit der Kultur im Unternehmen einhergehen.

Vielleicht passt es zu Ihnen und Ihrer Einrichtung, dass das Gebäude oder Teile davon Externen offenstehen, die ohne Rechtfertigung hereinkommen und ihren Beitrag zur Atmosphäre leisten dürfen. Möglicherweise bietet es sich an, dass Ihre Mitarbeiter aktiv auf Besucher zugehen und sie willkommen heißen.

Mit unserem Unternehmen room to grow Innovation finden meine Partnerin Irene Graf und ich das richtige Mittel für Ihr Unternehmen – aus architektonischer Sicht, aber gleichzeitig auch immer durch die Brille des Business Coachs. Wenn Sie Ihre Willkommenskultur im Unternehmen auf das nächste Level heben möchten, freuen wir uns auf Ihre Kontaktaufnahme.

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